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Wieso nicht selber machen?
Sie haben in der Schule oder sogar auf der Uni Englisch studiert, auch ein Jahr oder mehr im Ausland verbracht? Also können Sie doch wohl auch gute Übersetzungen anfertigen!
Die Antwort lautet wahrscheinlich: nein. Hier sind vier Gründe dafür:
„Falsche Freunde“
Wussten Sie, dass im englischen mit „mobile radio“ nicht etwa ein tragbares radio sondern ein Funkgerät bezeichnet wird, oder dass ein „tractor trailer“ nicht ein Traktor-Anhänger sondern ein Sattelschlepper ist? Oder dass englisch „vital“, anders als im deutschen, oft „unerlässlich“ bedeutet?
Die Liste der „falschen Freunde“ ist lang. Hier nur ein paar weitere Beispiele:
| Deutsch |
Englisch |
| Kontrolle (z.B. in Prozesssteuerung) |
monitoring, inspection |
| Regeln, Steuern |
control |
| seriös (z.B. bezogen auf Firma) |
reputable |
| ernst(haft) |
serious |
| Silikon |
silicone (Dichtmasse) |
| Silizium |
silicon |
| Präservativ |
contraceptive, condom |
| Konservierungsmittel |
preservative |
| konsequent |
consistent, determined |
| folglich |
consequent(ly) |
| galvanisieren |
to electroplate |
| verzinken |
galvanize |
| aktuell |
current |
| tatsächlich, eigentlich |
actual |
Regionale Fehlbildungen
Besonders die englische Sprache neigt außerhalb des englischen Sprachraums zu Fehlbildungen die in Anlehnung an der heimischen Sprache entstehen und sich so konsequent ausbreiten, dass sie einem nicht-Muttersprachler völlig natürlich vorkommen:
Die Bezeichnung „Manager Business Development“ ist ein Beispiel. Sie ist für deutsche, Business-Englisch gewohnte Augen und Ohren völlig akzeptabel, im Kontext eines englischen Texts aber falsch. Hier heißt die Position richtig „Business Development Manager“. Und während man sich im deutschen Sprachraum zwischen Besprechungen vielleicht mit einem „Softdrink“ erfrischt, genießt man im englischen höchstens einen „soft drink“.
Dem Muttersprachler sind solche „Fehlbildungen“ ein Dorn im Auge. Und ein schlechter Sprachgebrauch wird oft als unhöflich, in manchen Kulturen sogar als Beleidigung empfunden.
„Akzent“
Aber auch wenn man das Vokabular beherrscht und sogar fließend in der Fremdsprache verhandeln kann, entlarvt man sich in der Regel als „Ausländer“ sobald man Text auf Papier bringt. Genau so, wie der Akzent die Herkunft eines Redners preisgibt.
Fachkompetenz
Beim Übersetzen geht es nicht nur darum, Informationen in einer anderen Sprache wiederzugeben. Nicht weniger wichtig ist es, die Absicht des Textes in eine andere Sprache und ein anderes kulturelles Umfeld zu übertragen. Damit meine ich: Welche Wirkung soll der Text auf die Leserschaft haben? Nicht nur Liebes- oder Horrorgeschichten spielen mit den Emotionen des Lesers; auch etwa Werbetexte wirken auf emotionaler Ebene. Gute Anleitungen können die Angst vor unbekannter Technologie mindern, und Lehrtexte sind wirksamer, wenn sie den Wissensdrang motivieren anstatt ihn zu dämpfen. Das erfordert wie auch bei Redakteuren – ein Know-how, welches sich nur durch Schulung und Erfahrung erlernen lässt. Schließlich erwartet man nicht von jedem Zweisprachigen, dass er die Fremdsprache auch unterrichten kann.
Fazit
Wenn Ihr wichtigstes Argument bei einer Übersetzung der Preis ist, oder der Text nur z.B. firmenintern Verwendung findet, muss eine selbstgemachte Übersetzung kein Problem darstellen. Wenn Sie aber Wert auf ein internationales und seriöses Image legen, sollten Sie sich für den professionellen Ansatz entscheiden.
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